Ansätze gegen Wissensklüfte

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
2. Sozio-kulturelle, motivationale und ökonomische Unterschiede in Bezug auf Wissensklüfte
3. Wege zu mehr Wissen - "aber ohne Gegenverkehr"
3.1. Rezipienten-orientierte Faktoren
3.1.1. Kommunikationsfertigkeiten
3.1.2. Vorhandenes Wissensniveau
3.1.3. Soziale Beziehungen
3.1.4. Selektive Mediennutzung
3.2. Medienspezifische Faktoren
4. Fazit
Literaturverzeichnis

1. Einleitung
Obwohl die Ausgangshypothese von Tichenor et al. zur Wissenskluft aus dem Jahr 1970 das Moment der politischen Informiertheit nicht enthält (vgl. Tichenor et al. 1970), weisen darauf folgende Arbeiten zum Thema ausdrücklich auf den Standpunkt hin, dass die Massenmedien die Aufgabe haben, die gesamte Bevölkerung im Sinne einer politischen Kompetenz zu bilden. (vgl. Bonfadelli 1994: 17, Horstmann 1991: 10). Natürlich gab es solch normative Ansätze auch schon vor der Etablierung der Wissensklufthypothese; in den 1960er Jahren schreibt Dietrich Schwarzkopf von den zwei Pflichten des Fernsehens: Erstens, die Bürger zu informieren und zweitens, dabei Verständnishilfen zu geben [1] (vgl. Schwarzkopf 1967: 112).

Um es auf den Punkt zu bringen: Dem Extrem der Orientierung an den Bildungsschwächsten und der - eventuell politisch - herbeigeführten Gleichheit des politischen Bildungsstands aller, steht jenes der Freiheit der Bürger, welches hier Freiheit von Politik meint, gegenüber. Das Demokratieverständnis bestimmt hier nach Eckhard Jesse die Einschätzung des richtigen Wegs [2]: "Da zwischen Gleichheit und Freiheit, ... ein unauflösliches Spannungsverhältnis besteht - ein übermaß an Freiheit gefährdet die Gleichheit, eine durchgängige "Gleichmacherei" reduziert die Freiheit -, müssen in einer demokratischen Gesellschaft Grundforderungen der Freiheit und der Gleichheit in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden. ... Vereinfacht ausgedrückt: Anhänger der Demokratisierung betonen stärker die Gleichheit, die Gegner eher die Freiheit." (Jesse 1997: 59f)

Im Zentrum dieser Arbeit soll die Suche nach den Möglichkeiten von Medien und Politik stehen, mit der Wissenskluft umzugehen, und die Analyse dieser möglichen Maßnahmen auf Freiheitsaspekte hin. Ein Teilaspekt der Darstellung der Autoren um Phillip J. Tichenor sei hier schon einmal als Gerüst für diese Untersuchung vorangestellt.

Fünf Faktoren für die Entstehung von Wissensklüften sind:
  • Kommunikationsfertigkeiten
  • Das vorhandene Wissensniveau
  • Soziale Beziehungen
  • Selektive Mediennutzung (zielgerichtetere Mediennutzung von allgemein höher Gebildeten)
  • Das Trägermedium der Information
(vgl. Jäckel 2002: 297f; Tichenor et al. 1970: 162)

Doch zunächst folgt der Versuch einer kurzen Darstellung der Wissenskluft-Hypothese und ihrer Nachfolgemodelle.

2. Sozio-kulturelle, motivationale und ökonomische Unterschiede in Bezug auf Wissensklüfte


In dem erwähnten Ausgangstext zur Wissenskluft-Hypothese von Tichenor et al. zum "Mass Media Flow and Differential Growth in Knowledge" wird der Bedarf von weniger gebildeten Rezipienten an einer kontinuierlich hoch frequenten Berichterstattung festgestellt, damit diese ein Thema wahrnehmen und verstehen (vgl. Tichenor et al. 1970: 162): "Unlike a great deal of contemporary advertising, science and public affairs news ordinarily lacks the constant repitition which facilitates learning and familiarity among lower-status persons." (Tichenor et al. 1970: 162)

Die eigentliche und originale Wissenskluft-Hypothese lautet sinngemäß, dass, wenn die massenmediale Information in ein soziales System wächst, diejenigen mit höherem sozio-ökonomischen Status das enthaltene Wissensangebot tendenziell schneller aneignen und so der Abstand zu jenen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status eher wächst als abnimmt (vgl. Tichenor et al. 1970: 159f).

Untersucht wurde von den Autoren - unter Auswertung von vier unterschiedlichst angelegten Studien [3] - die Rezeption von wissenschaftlichen und sozialen Themen auf Unterschiede zwischen Menschen mit verschiedenen formalen Bildungsgraden hin (vgl. Tichenor et al. 1970: 160). Es handelt sich dabei um eine an Zeitungsrezeption orientierte Untersuchung; damit verknüpft ist die Feststellung, dass mehr höher gebildete Zeitung lesen (vgl. Tichenor et al. 1970: 162). Die Autoren Tichenor et al. stellen darüber hinaus fest, dass zumindest für die von ihnen untersuchten Personen gilt, dass die Massenmedien die Funktion inne haben, bestehende Ungleichheiten zu verstärken und zu vergrößern, und zwar - man kann wohl hierin fundamentale Gesellschaftskritik wahrnehmen: damit "a function similar to that of other social institutions" (Tichenor et al. 1970: 170) ausüben.

Wie Tichenor et al. schon 1970 schon mutmaßten, dass unterschiedliche Wissensaufnahme-Geschwindigkeiten "socially functional" (Tichenor et al. 1970: 170) sein könnten, verfestigte sich diese Denkrichtung in der Literatur mit der Zeit zu der nun abgewandelten Hypothese, statt von "educationally-based gaps" von "interest-based gaps" auszugehen (vgl. Jäckel 2002: 308). Während Tichenor et al. 1970 mutmaßten, dass unterschiedliche Wissensaufnahme-Geschwindigkeiten "socially functional" (Tichenor et al. 1970: 170) sein könnten, da die Personen mit hohem sozio-ökonomischen Status auch die Vorreiter sozialer und technischer Veränderung sind, bietet spätere Literatur zum Thema auch Darstellungen der Situation an, welche eine prinzipielle Chancengleichheit bei der Wissensgewinnung betonen [4].

Danach fällt der Unterschied im Wissensniveau über aktuelle Themen der massenmedialen Berichterstattung bei einem motivierten Personenkreis signifikant geringer aus, auch bei unterschiedlichen Bildungsgraden (vgl. Kwak 1999: 388). Unter sozio-ökonomischen Vorteilen wurde in der hier vorliegenden Arbeit bisher vor allen Dingen in Bezug auf Bildung gesprochen [5]. Nach der Theorie Pierre Bourdieus, nach der sich der Status einer Person aus sozialem und kulturellem Kapital - in dieser Arbeit verstanden als Grundlage sozio-ökonomischen Status - aber eben auch aus finanziellem Kapital zusammensetzt (vgl. Fuchs-Heinritz et al. (Hg.) 1994: S.325f), werden weitere Gründe für Wissensklüfte, nämlich jene rein wirtschaftlicher Natur sichtbar. Diese werden bei der Annahme des "Digital Divide", der durch das Aufkommen der Neuen Medien verstärkten Wissenskluft, offenbar (vgl. Gleich 2004: o. S.).

Die "Digital Divide"-Hypothese beschreibt auf der einen Seite die schlechteren Zugangschancen für wirtschaftlich schlechter gestellte Bevölkerungssegmente zu den neuen Medien, aber auch davon unabhängig schlechtere Wissensaufnahme-Möglichkeiten, auch wenn der Zugang vorhanden ist. Letztere schlechtere Wissensakkumulation scheint wiederum an unterschiedlichen Bildungsständen zu liegen (vgl. ebd.: o. S.).

Nach diesem Versuch einer kurzen Darstellung der Wissenskluft-Perspektive, im Hinblick auf sozio-kulturelle Unterschiede (vor allem in Bildungsfragen), motivationale Unterschiede (als Ausgleichsmoment für Wissensklüfte) und ökonomische Unterschiede (hier: Zugang zu informationsrelevanten Massenmedien) folgt diese Arbeit nun dem Ziel, Überwindungsmöglichkeiten von Wissensklüften, aufzuzeigen. Voraussetzung dafür ist die Einschätzung, dass Wissensklüfte eine Problematik darstellen: aus politisch-demokratischen und gesellschaftlich-gerechtigkeitsbezogenen Gründen. Dabei gleicht diese Einschätzung einer Arbeitshypothese.

3. Wege zu mehr Wissen - "aber ohne Gegenverkehr"

Literatur zur Wissensklufthypothese lässt an manchen Stellen durchblicken, welche Möglichkeiten es gibt, die Vergrößerung der gesellschaftlichen Wissensgräben aufzuhalten oder sie zu überwinden. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sollen diese Stellen hier gesammelt und mit heuristischer Eigenarbeit ergänzt werden. Dabei werden, wie einleitend angekündigt, die Faktoren, wie Tichenor et al. sie in ihrer 1970er Arbeit zur Wissenskluft-Hypothese anführen (vgl. Tichenor et al. 1970: 162), zur Systematisierung herangezogen.

Diese Faktoren werden weiter in vier Rezipienten-orientierte und einen Medien-spezifischen eingeteilt.

3.1. Rezipienten-orientierte Faktoren

Zentrales Moment ist für Tichenor et al. bei den Faktoren, welche hier als Rezipienten-orientiert eingestuft werden, die Bildung. Für die Kommunikationsfertigkeiten ist es ein Mehr an formaler Bildung, welches bessere Lese- und Verstehensfähigkeiten erwarten lässt. Das vorhandene Wissensniveau wird durch vorangegangene Rezeption eines Themas aus den Massenmedien - oder eben durch Bildung - positiv beeinflusst. Bildung indiziert nach den Autoren auch generell das Vorhandensein wissensrelevanter sozialer Kontakte[6]. Und schließlich steht das freiwillige Aufnehmen, Akzeptieren und Erinnern[7] von Medieninhalten in enger Beziehung zur Bildung.

Eine der damit verbundenen Problematiken stellt der UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Bildung, Vernor Muñoz, folgendermaßen dar: "Wir haben auch festgestellt, dass diese Menschen die unter ökonomischen Gesichtspunkten arm sind in aller Regel auch als bildungsarm bezeichnet werden müssen." (Muñoz 2006: o. S.; übersetzung v. Deutsche Welle) Dies hier zu den einzelnen Faktoren hinführend anzuführen, hilft vielleicht vermeiden, bei jedem Rezipienten-orientierten Unterpunkt auf eine die Situation möglicherweise verbessernde Strategie zu stoßen, welche in etwa bedeutet, dass das Kapital gerechter verteilt sein müsste. Vielmehr ist das hinter Muñoz Aussage stehende Anliegen wohl auch die Forderung nach einer Bildungsarbeit, welche den wirtschaftlich schlechter Gestellten bessere Möglichkeiten zur Entfaltung bietet.

3.1.1. Kommunikationsfertigkeiten

Das Problem mit den Kommunikationsfertigkeiten liegt offenbar in der Kindheit und Jugend verankert: "Als besonders gut informiert erweisen sich ... Personen, welche ... in der Schule gute Fertigkeiten im Umgang mit Medien erlangt haben ..." (Bonfadelli 2005: 297).

Strategien zur Minderung dieses Problems liegen zum einen eher kommunikationswissenschaftsfern im Bildungsdiskurs, zum anderen aber kann man mit dem Wissen um den Anteil der Medieninkompetenten an der Gesellschaft die Kommunikatorrollen optimieren. Fehlende Kommunikationsfertigkeiten, also ein Mangel an "reading and comprehension abilities" (Tichenor et al. 1970: 162), können vielleicht, durch eine ihnen angepasste Präsentation der Massenmedien tendenziell kompensiert werden. "Konkretisierung, Personalisierung und Visualisierung, aber auch das Aufzeigen von persönlicher Betroffenheit" (Bonfadelli 2005: 297), wie Bonfadelli sie vorschlägt, sind nicht nur Möglichkeiten, "Rezipienten für abstrakte und auf den ersten Blick ich-ferne Themen zu interessieren" (ebd.), sondern vielleicht auch Methoden, Medieninhalte verständlicher zu machen.

3.1.2. Vorhandenes Wissensniveau

Ein hohes vorhandenes Wissensniveau als Bedingung für das Verstehen neuartiger Medieninhalte ist zum einen Folge einer geglückten Medienrezeption, zum anderen Ausdruck des formalen Bildungsniveaus einer Person (vgl. Tichenor et al. 1970: 162). Hier greift die von Bonfadelli vorgeschlagene "Berücksichtigung des Vorwissens (vorhandenes Vokabular und Basiskonzepte)" (Bonfadelli 2005: 297).

Dabei ist die Gefahr, manche zu unterfordern, wohl groß. Wie soll man, z. B. fürs Fernsehen, ein Programm machen, welches das Wissensniveau einer möglichst großen Anzahl von Rezipienten berücksichtigt, ohne auf mehreren Gleisen zu fahren, wie es etwa mit der Unterteilung in Kinderfernsehen und Erwachsenenfernsehen geschieht?

Die Einschaltquoten für Nachrichten und Informationssendungen, welche ohne Infotainment auskommen, sind zwar weiterhin hoch, aber gerade in der Altersgruppe der 14-49 jährigen gilt, dass tendenziell unterhaltungorientierte Nachrichtensendungen höhere Einschaltquoten erzielen [8]. So "entscheidet weniger die Wahl der Themen als die Gestaltungsform der Sendung über hohe oder niedrige Zuschauerzahlen" (Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e. V. 2006: o.S.).

3.1.3. Soziale Beziehungen

Für die sozialen Beziehungen, als Faktor für Wissensklüfte, gilt Bildung als Indikator für eine breite Palette an alltäglichen Aktivitäten, mehr Referenz-Gruppen und mehr interpersonelle Kontakte, welche die Wahrscheinlichkeit, dass Themen von öffentlichem Interesse mit anderen diskutiert werden, erhöht, so Tichenor et al. 1970 (S. 162). Es "erfolgt ergänzend zur Mediennutzung ein zusätzlicher Informationszufluss" (Jäckel 2002: 298) durch den "Zugang zu relevanten interpersonalen Kanälen" (Bonfadelli 2005: 297).

Auch wenn dies kein direkt massenmedienbezogenes kommunikationswissenschaftiches Thema ist, hier wieder problembezogene Arbeitsthesen: Zunächst gelten die sozialen Beziehungen wohl als zu schützendes Gut. Beachtet man dies, stehen aber vielleicht Möglichkeiten offen, an den oben beschriebenen Merkmalen sozialer Beziehungen anzusetzen, etwa durch Sozial-und Bildungsarbeit mit Jugendlichen. Es ist aber auch denkbar, die mächtigen Anbieter von Massenmedien zu kritisieren, für ein Angebot, welches wissensrelevante Themen zu Gunsten der Unterhaltung in den Hintergrund treten lässt.

3.1.4. Selektive Mediennutzung

Nach Jäckel gilt für die ursprüngliche Wissensklufthypothese von Tichenor et al.: "Je höher das allgemeine Bildungsniveau, desto wahrscheinlicher ist die gezielte Inanspruchnahme von Medienangeboten." (Jäckel 2002: 298,) Beziehungsweise kann die auf den ersten Blick auf Einstellungsfragen basierende Selektion bei genauerem Hinsehen das Resultat von Bildungsunterschieden sein, oder das Ergebnis einer Mischung aus Einstellung und Bildungsniveau (vgl. Tichenor et al. 1970: 162).

Betrachtet man diesen Unterschied in der Medienselektion bezogen auf jenen Standpunkt von Tichenor et al., nachdem unterschiedliche Geschwindigkeiten bei der Wissensaufnahme sozial funktional sein könnten (vgl. Tichenor et al. 1970: 170 und S. 5 dieser Arbeit), so kann man zu dem Schluss kommen, es handelt sich bei den Wissensklüften um eine unveränderliche Konstante, statt um einen Status quo. Letzteren anzunehmen ermöglichte die Öffnung der Problematik für ein Gegensteuern, hin zu einer für das Ziel der politischen Informiertheit angemesseneren Mediennutzung.

Während der Faktor der Kommunikationsfertigkeiten quasi die Frage danach stellte, welche Medieneinheit von welchem Rezipienten verstanden werden kann, stellt sich hier die Frage, welche Medieneinheit vom Rezipienten gewählt wird. Da es sich hier also um eine Wahl des Rezipienten handelt, liegt es eigentlich fern, überhaupt Veränderungen vorzuschlagen, da die Wahl der Freiheit des Individuums unterliegt. Betrachtet man jedoch den wahrscheinlich eigentlichen Grund, der hinter der Wahl eines wenig informierenden Medienspektrums liegt, dass nämlich die mangelnde Bildung überhaupt die Möglichkeit für ein Interesse an anspruchsvollen Medieneinheiten verhindert, tun sich doch Handlungsmöglichkeiten auf: die hier bereits beschriebenen evtl. tatsächlich vorhandenen Gerechtigkeitsmängel des Schulsystems

3.2. Medienspezifische Faktoren

Das Trägermedium der Information, und zwar im Sinne der verstärkten Nutzung von Printmedien von höher Gebildeten, trägt ebenso zum Entstehen von Wissensklüften bei (vgl. Jäckel 2002: 298). Dazu seien die bisher in Betracht gezogenen Strategien zum Entgegenwirken von Wissensklüften noch einmal zusammengefasst:
Medienkompetez als Lehr- und Erziehungsinhalt
Eine den Bildungsschwachen angepasste Präsentation der Informationen durch die Massenmedien; bedeutet auch: Die Berücksichtigung des Vorwissens
Unterstützung informativer Gesprächskultur (soziale Kontakte)

Gerade der zweite Punkt (angepasste Präsentation) bedeutet für die Medienspezifischen Faktoren das Gegenteil einer "Berichterstattung .., die eher den Interessen und Neigungen von Personen mit einem höherem sozialen Status entgegenkommt" (Jäckel 2002: 298), wie sie Tichenor et al. bei den Printmedien sehen.

4. Fazit

Es wurde in dieser Arbeit der die Wissenskluft einführende Ansatz von Tichenor et al. noch einmal vorgestellt und mit den Modifizierungen des motivationalen Ansatzes und dem finanziell-ökonomischen im eigentlichen Sinne ergänzt. Daraufhin wurde auf Grundlage der ebenfalls schon von Tichenor et al. entwickelten Faktoren für Wissensklüfte nach Strategien gesucht, den Wissensklüften entgegen zu wirken.

Unbeachtet blieb die konzentrierte Beschäftigung mit den neuen Medien. Dazu schreibt Bernd Schorb: "Die Schaffung einer "demokratischen Medienkultur" bedarf einer akzeptierenden, dabei aber kritischen Gestaltung des Umgangs mit den neuen Medien." (Schorb 1999: 36)

Es gilt wohl in diesem Sinne für die alten Medien, dass die vorhandene "demokratische Medienkultur" zum einen akzeptiert werden muss, etwa als Ausdruck von Freiheit, dabei aber kritisch nach Vorschlägen für die freiwillige Aufbesserung der Möglichkeiten der Rezipienten und des Auftretens der Medien gesucht werden kann.

Literaturverzeichnis


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Bonfadelli, Heinz (2005): Medienwirkungen, in: Weischenberg, Siegfried (Hg.): Handbuch Journalismus und Medien, Konstanz: UVK, (292-298).

Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e. V. (2006): Lerneinheit Nachrichtensendungen, in: http://www.fsf.de/fsf2/medienpaedagogik/schule/ phase2/nachrichten/nachrichten.htm, gefunden am: 3.3.2006.

Fuchs-Heinritz, Werner et al. (Hg.) (1994): Lexikon zur Soziologie, Opladen: Westdeutscher.

Gleich, Uli (2004): Digital Divide: Führen Internet und Digitales Fernsehen zu einer neuen Wissenskluft?, in: http://www.ard-werbung.de/showfile.phtml/fodi_5-2004.pdf?foid=10707, gefunden am: 25.2.2006.

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Horstmann, Reinhold (1991): Medieneinflüsse auf politisches Wissen: zur Tragfähigkeit der Wissenskluft-Hypothese, Wiesbaden: DUV.

Jäckel, Michael (2002): Die Wissenskluftforschung, in: Jäckel, Michael (Hg.): Medienwirkungen: Ein Studienbuch zur Einführung, Wiesbaden: Westdeutscher, (294-315).

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Muñoz, Vernor (2006): Vorläufiger Bericht des Sonderberichterstatters der UNO für das Recht auf Bildung, in: http://www.dw-world.de/popups/popup_single_ mediaplayer/0,,1757277_type_audio_struct_0,00.html, gefunden am: 25.2.2006.

Rühl, Manfred (1985): Integration durch Massenkommunikation? Kritische Anmerkungen zum klassischen Integrationsbegriff, in: Saxer, Ulrich (Hg.): Gleichheit oder Ungleichheit durch Massenmedien? Homogenisierung - DIferenzierung der Gesellschaft durch Massenmedien, München: ölschläger, (19-31).

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