jemen08Direkt aus dem Jemen - Mal wieder bin ich im Jemen: Diesmal im Auftrag der Demokratie ;-) Nachdem ich am ersten Tag wegen ganz in der Nähe stattfindenden bürgerkriegsähnlichen Auseinadersetzungen zwischen der Regierung und einer schiitischen Miliz im Norden des Landes nicht so gut schlafen konnte (die Artelleriesalven konnte ich nicht nur hören sondern auch spüren) bin ich endlich angekommen im geliebten Jemen.

Viel hat sich hier nicht geändert - bis auf die Lebensmittelpreise und die Benzinpreise, welche sich verdoppelt(!) haben ebenso wie der Straßenverkehr also auch der Smog. Ich musste mich für alle Fälle gleich in ein Sicherheits-Alert System der Deutschen Botschaft eintragen. Bei absehbaren Katastrophen :-) werde ich dann per email und/oder SMS benachrichtigt. Hihi

Die Franzosen, Briten und Amis haben jedenfalls ihre Botschaftsangehörigen raus geholt und empfehlen niemanden ihrer Staatsbürger die Einreise. „Wir Deutschen“ vertrauen hier wohl auf unser gutes Ansehen in der arabischen Welt. Tatsächlich handelt es bei den letzten Terroranschlägen mit ausländischen Opfern um nicht deutsche (2 Belgier/8 Spanier/2 Kanadier). Jedenfalls brodelt das Land.

Von meinem Praktikumsgeber habe ich ein eigenes Büro erhalten mit wunderschönem Ausblick auf die Altsstadt. Tatsächlich handelt es sich sogar um 2 zimmer, ein Arbeitsraum und ein Empfangsraum (mafraj). Den Empfangsraum habe ich in mein neues Yogazimmer verwandelt. Ein eigener Internetanschluss macht das Leben noch erträglicher.

Momentan habe ich erst einmal mehrere hundert Seiten zu lesen bekommen über die Arbeit der Stiftung hier im Jemen. Unter anderem foereign-policy-Papiere einer amerikanischen Organisation, in welchen mögliche Katastrophenszenarien, welche den Jemen in naher Zukunft erwarten könnten, nachgezeichnet werden.

Ich liebe Katastrophen! Genießt den Sommer, falls er nicht gerade wieder verschwunden sein sollte...